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So trotzen Sie Negativismus und entwickeln mentale Fitness

So Trotzen Sie Negativismus Und Entwickeln Mentale Fitness

Das Bombardement schlechter Nachrichten reist nicht ab. Umso wichtiger ist es, den eigenen Gedankenfluss zu regulieren. Denn nur so bleiben wir klar im Kopf. Die gute Nachricht: Innere Stärke lässt sich trainieren. 

Laue Auftragslage im Maschinenbau, drohende Rezession, Brexit, Negativzinspolitik der EZB, Klimawandel, Handelsstreit zwischen China und den USA, Waldbrände in Mittelamerika.

Die Schlagzeilen in der Presse beunruhigen viele Unternehmer und Führungskräfte, denn sie lassen den Einruck einer nahenden Katastrophe entstehen.

Medien tendieren dazu, gerne über Negatives zu berichten. Das ist ihr Job, denn Tageszeitungen und Onlineportale leben von Verkaufs- und Klickzahlen. Die sind bei aufregenden Headlines und Teasern eher garantiert als bei positiven Meldungen.

Bewusstheit für die eigenen inneren Prozesse

Unternehmer und Führungskräfte, letztendlich alle Kreative, benötigen an diesem Punkt eine Sensibilität für sich selbst. Denn negative Nachrichten resonieren gerne mit Ängsten in uns. Sie lösen innere Widerstände, Sorgen und Zweifel aus.

Diese inneren Zustände trennen uns von unseren schöpferischen Energien, verengen unseren unternehmerischen Weitblick und unsere Wahrnehmung für die Chancen eines Augenblicks.

Glück oder doch eher Inspiration?

Wie oft haben Sie als Unternehmer schon einmal gedacht, „Mensch, das lief ja gerade wie geschmiert. Da tat sich einfach eine gut Chance auf. Da hatten wir ungeheuer Glück.“

Ich bezweifle, ob es sich dabei wirklich alleine um Glück gehandelt hat. Vielleicht war ein wenig Glück dabei. Viel wahrscheinlicher ist, dass Sie in dem Moment einfach offen und präsent waren. Vergleichen Sie eine solche Situation einfach einmal mit einem riesigen Radiosender, der perfekt eingestellt ist. Je besser die Einstimmung, desto besser der Empfang. Sind wir offen, entspannt, im Vertrauen, wirklich voll präsent mit allen unseren inneren und äußeren Sinnen, entstehen plötzlich in Begegnungen neue Ideen und Projekte „wie aus dem Nichts“. Die Dinge fügen sich anstrengungslos. Alles geschieht fast wie von selbst.

Angst und Zweifel erzeugen das große Rauschen

Ängste, innere Widerstände, Zweifel, trennen uns jedoch von unserer schöpferischen Energie oder verengen unsere Wahrnehmung für eine Situation oder die Chancen eines Moments.

Etwas in uns wird angetriggert und sorgt für das große Rauschen. Wir sind nicht länger auf Empfang.

Betrachten wir einmal zwei Spitzensportler im Tenniswettkampf. Beide sind absolute Meister in ihrer Disziplin. Was macht nun den Unterschied aus? Ist es alleine die Fähigkeit, ihre Leistung im richtigen Moment abrufen zu können? Entscheidend dürfte eher sein, wie hoch das Mass ihrer Präsenz ist, also die jeweilige mentale Stärke der Sportler, im Spiel absolut wach und aufnahmefähig für das zu sein, was sich da zwischen beiden abspielt. Sobald diese Präsenz verschwindet, weil der Kopf anfängt zu denken, oder Ängste und Zweifel das Ruder übernehmen, wird die Qualität der Aufmerksamkeit und die wache Präsenz nachlassen. Das Spiel dürfte sich dann sehr wahrscheinlich zugunsten des mental wacheren Spielers entscheiden.

Alte Verhaltensmuster übernehmen das Ruder

Ein Energiefeld der Angst aktiviert in unserem Nervensystem auch häufig alte, vertraute Überlebensmuster. Dabei geht Schnelligkeit vor Differenziertheit. Wir fahren also in einer Situation, die als bedrohlich eingestuft wird, auf Autopilot und der fragt nicht nach den langfristigen Konsequenzen unseres Handelns. Das erklärt auch, warum uns mancher spontan gesagte Satz, oder eine spontane Reaktionsweise langfristig eher schadet als nutzt.

Wir sind daher alle gut beraten, unseren inneren Raum aufmerksam wahrzunehmen. Diese Kompetenz wird leider nicht in der Schule oder im Studium vermittelt. Bewusstheit ist ein machtvolles Instrument, automatisierten Reaktion entgegen zu wirken. Den Spalt von äußerem Reiz und innerer Reaktion zu vergrößern und nicht einfach aus alten unproduktiven Mustern heraus zu handeln.

Bemerke ich, dass ich beginne, negative Zukunftsszenarien zu entwickeln, oder innerlich dicht zu machen, kann ich mich wieder über meinen Atem und Körper in der Realität verankern oder mich bewusst in Richtung Offenheit, Vertrauen und Zuversicht ausrichten.

Uns wohlwollende Wegbegleiter sein

Persönliche Entwicklung folgt leider nicht den bekannten Erfolgskurven, nämlich steil nach oben. Entwicklung bedeutet allzu oft, zwei Schritte vor und einen Schritt zurück zu gehen. Immer wieder werden wir aus der Zuversicht in die Besorgnis fallen, aus dem Vertrauen ins Misstrauen, aus der Liebe in die Angst. Es wäre großartig, dabei einander im Blick zu haben. Zu wissen, wir achten nicht nur auf uns selbst, sondern in privaten und beruflichen Beziehungen auch aufeinander. Und machen uns immer wieder gegenseitig – falls notwendig – wohlwollend darauf aufmerksam, wenn sich alte ungesunde Muster zeigen.

Wir alle benötigen in der heutigen, herausfordernden Zeit Personen in unserer Nähe, die uns daran erinnern, wer wir wirklich sind: Schöpferische, kreative Menschen, die das Neue in die Welt bringen.

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